Montag, 2. April 2007

aua, Trotzkopf

Ich hab ja gelegentlich mal im Netz zum Thema Joggen quer gelesen. Seiten überflogen. Und immer wieder das Thema Schmerzen und Übertraining usw. entdeckt. Und viele, viele Warnungen. Alles ist bitte langsam zu steigern und das nur in einer professionellen Ausrüstung. Die reinste Wissenschaft und alles liest sich so, als sei Joggen eine Extremsportart und lebensgefährlich. Man liest tatsächlich von Leuten, die beim joggen tot umfallen, weil sie irgendwas falsch gemacht haben.

Meine Meinungen dazu: Ich lauf doch nur, das machen wir Menschen seit es uns gibt! So lange nichts weh tut kann ich nichts falsch machen!

Dann fing es die letzten zwei Wochen (glaub ich) an, dass ich Beschwerden bekam. Letzte Woche hat mir durchgängig vom linken Knie bis zur Mitte des linken Oberschenkels was sehr weh getan.

Heute dachte ich: Wenn ich jetzt drei Tage nichts getan habe, nämlich Freitag, Samstag und Sonntag - dann war das doch genug Pause für dieses Bein. Zumal ich zuletzt am Mittwoch gelaufen war.

Aber leider war dem nicht so. Nach nur 15 Minuten joggen hatte ich riesen Schmerzen in dem Bein und außerdem noch dazu in der Seite. Kein Seitenstechen sondern richtige Schmerzen. Ich hab also ne Pause gemacht. Etwas Streching, etwas walken... und die ganzen Warnungen vielen mir wieder ein. Ich hatte echt Angst und dass man mit Schmerzen nicht weiter machen darf, ist ja eigentlich klar.

Doch ich bin nun mal ein Trotzkind geblieben. Ein sehr energisches: Mein "will aber" war stark genug, um mich nach ein paar Minuten zum weiter joggen zu bewegen. Dieses mal jedoch mit einem anderen Mantra.

Mein bisheriges Motto lautete:

Sobald irgendwas ist: langsamer werden, aber auf keinen Fall aufhören!

Mein heutiges Motto war hingegen:

Gas geben!

Ich wurde schneller und bin so kraftvoll es eben ging und mal mehr aufs Abrollen, mal mehr aufs Beine durchstrecken usw. konzentriert gelaufen. Ich hab ja auch keine Lauftechnik oder so was... nun ja: Es hat gut getan und nach ner Weile stellte sich endlich wieder dieses Glücksgefühl ein, das mir so gefehlt hatte.

Ich bin auf meiner geliebten Grenzschneise (heute hab ich mich nicht verlaufen!) angekommen und dort erst mal Schlangenlinien gerannt, lauter spielerischen Blödsinn halt. Ich kam mir schon selbst vor wie ein Welpe, der gar nicht anders kann als rumspringen. War also wirklich schön! Und ich lief dann auch 37 Minuten sehr kraftvoll und ich brauch sonst länger für die Strecke, glaube ich. Alles in allem bin ich also etwa (ich runde immer ab) 50 Minuten gelaufen.

Was ich aber leider sagen muss: Die Schmerzen sind leider dadurch nicht weg gegangen... Ich hab mir mit anschließendem Streching und Gymnastik nun besonders viel Mühe gegeben. Und morgen werde ich wohl auf keinen Fall laufen, sondern eher radfahren oder schwimmen... aber dafür Mittwoch wieder.

Ich will auf keinen Fall das joggen aufgeben, denn genau diesen Spaß, den ich heute unerwarteter Weise dann doch noch mal hatte, will ich auf keinen Fall missen.

Aber vielleicht sollte ich mir doch mal ein Profi-Buch zum Thema holen? Ich hab schon große Sorge, dass ich mir selbst irreparablen Schaden zufüge.

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